Die Stoffwechselerkrankung Diabetes Mellitus und ihre Folgen

Diabetes mellitus ist eine Autoimmunerkrankung, welche eine Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen auslöst. Menschen jeden Alters können je nach ihren Lebensumständen davon betroffen sein.

Besonders schlimm sind die langfristigen Auswirkungen und Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle durch Gefäßverschlüsse, Herzinfarkte und Polyneuropathie (Nervenschäden) sowie der offene Fuß und letztlich Augen- und Nierenschäden. Grund für alle diese krankhaften Veränderungen ist eine zu schnell voranschreitende Alterung der Gefäße und ihrer Zellen, welche ein hohes Risiko für Erkrankungen aller Art bildet. Für Verletzungen Ihrer Füße bedeutet das, sie entzünden sich, Heilungsvorgänge verlaufen zu langsam. Aus Verletzungen wird ein Ulkus (Geschwür) oder feuchte Gangrän. Das Hautbild der Füße und Beine verändert sich krankhaft, wird weniger empfindsam infolge der ständigen Blutunterversorgung und Gewebe kann ohne Zellerneuerung absterben.

Von Ulcera cruris (Offenes Bein) sind viele Patienten mit Blutzuckeranomalien betroffen. Das offene Beingeschwür kann infolge mangelnder Durchblutung in den Beinen entstehen. Diese schlecht heilenden Verletzungen, welche bis zu knochentiefen Wunden reichen können und meist am Fuß und Unterschenkel auftreten, erfordern eine individuell abgestimmte Therapie.

Was sich Patienten zur Vorbeugung und begleitend Gutes tun können

  • Prüfen Sie Ihre Füße regelmäßig auf Druckstellen und Verletzungen.
  • Tragen Sie Schuhe ohne drückendes Oberleder, die Ihren Zehen Freiraum lassen.
  • Fußpflege darf Ihre Füße nicht verletzen. Sie sollte Ihnen gut tun.
  • Gönnen Sie sich eine professionelle Fußpflege und senken Sie damit jedes Risiko.
  • Lassen Sie neue Schuhe nicht länger als drei Stunden am Fuß und
  • Haben Sie ein diabetisches Fußsyndrom mit abgeheilten Verletzungen und Ulcera, so schieben Sie negativen Entwicklungen durch Maßschuhe einen Riegel vor.

Weitere Tipps:

Das Innenleben Ihrer orthopädischen Schuhe sollte ein weiches und luftiges sein, welches die Hautatmung unterstützt. Die Nähte sollten innen flach und weich, oder sogar der Innenschuh aus einem Stück gefertigt sein. Die Sohle sollte Ihnen Halt geben und das ganz natürliche Abrollen Ihres Fußes unterstützen. Zugunsten der Hygiene sind weich gepolsterte, orthopädisch vorgeformte Einlegesohlen herausnehmbar und verteilen den Druck, so dass er keinen Schaden anrichten kann. Auch Schienen und andere orthopädische Hilfsmittel bei deformierten Füßen finden in solchen bequemen Spezialschuhen Platz.

Konfektionierte Therapieschuhe oder Diabetes Schutzschuhe kann Ihnen Ihr Arzt laut Hilfsmittelkatalog verordnen, falls Sie von bestimmten Folgeverletzungen betroffen sind, bei denen solche Schutzschuhe angezeigt sind. Sicherheitsschuhe für Diabetiker gibt es auch, um Ihnen das Arbeitsleben zu erleichtern oder weiterhin zu ermöglichen.

Orthopädieschuhtechnische Versorgung

Das gilt auch für empfindliche diabetische Füße. Mit einer angepassten Fußbettung und weichem Oberleder können Sie schlimmeren Folgen vorbeugen und Ihre Heilung unterstützen.
Auch im Falle einer Arteriosklerose, bei welcher die abtransportierenden Blutgefäße (Venen) von kalkhaltigen Gefäßverschlüssen betroffen sind, helfen bewegungsfördernde Schuhe oder Fußgymnastik, die Durchblutung und Heilungsprozesse wieder in Gang zu bringen.
Schlimme Ausgänge einer Arteriosklerose enden in langwierigen und schmerzhaften bakteriellen Infektionen. Es kann sich eine feuchte oder nässende Gangrän, ein Wegsterben der Hautzellen mit schwarzer Färbung bilden. Auch wenn das Nagelwachstum gestört ist und bei brüchigen Zehennägeln schützen Schuhe aus weichem Leder vor zu hohen Belastungen. Die Verletzungen können heilen, und es kommen keine neuen durch zu enges oder zu hartes Schuhwerk hinzu.

Die Diabetische Polyneuropathie ist eine Störung und Schädigung von Übertragungsvorgängen im Nervensystem und betrifft das Empfinden von Einwirkungen am Fuß wie Hitze, Kälte, Reibung oder Druck. Einen Druckschmerz oder eine Blase am Fuß nehmen Sie durch diabetisch verursachte Nervenschäden kaum wahr. So entstehen Verletzungen am Fuß viel eher, da Sie das Schmerzempfinden – Ihre körpereigene Alarmanlage – nicht warnen können. Neben leichten Druckstellen in der Haut des Fußes bilden sich durch dauerhafte Fehlhaltung ernsthafte Verformungen, lassen Risse und Wunden entstehen, welche aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels und der mangelhaften Zellregenerierung langsam oder schlecht verheilen. Damit ist die Grundlage für offene Füße gelegt, was konfektionierte Schuhe und Fußbetten verhindern sollen.
Schuhe, welche zu viel Druck ausüben sieht man noch viel zu oft in der ärztlichen Praxis. Sie bieten Entwicklungsfreiraum für all die ungeliebten Folgen wie Blasen und eingewachsene Zehennägel, aus denen schnell Schlimmeres werden kann.

Wer unter einer Blutzuckeranomalie leidet, ist durch diese Folgen viel höher gefährdet. Sie riskieren offene Wunden sowie deren mangelhafte Abheilung aufgrund schlechterer Durchblutung. Lassen Sie Ihren Zehen mindestens einen Zentimeter Luft in der Schuhspitze. Ihr Schuh soll Sie auf all Ihren Wegen begleiten und Sie bei jedem Untergrund vor Erschütterungen, Steinchen oder Reibung schützen. Viele Menschen mit Diabetes haben wegen Wassereinlagerungen oder auch aufgrund von Fehlstellungen einen breiteren Fuß, der nach speziell konfektioniertem oder maßgefertigtem Schuhwerk verlangt.

 

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