Unsere Füße tragen uns durch unser Leben. Aber wie genau machen sie das? In diesem Blogartikel erfährst du, wie unsere Füße aufgebaut sind und was sie genau leisten damit wir uns fortbewegen können.

Durch die einzigartige Bauweise unserer Füße können wir stehen, gehen, rennen und springen! Damit wir dabei nicht ins Straucheln kommen passt sich der Fuß immer blitzschnell an Veränderungen des Untergrunds an. Natürlich funktionieren diese komplexen Bewegungsabläufe nicht ohne unsere anderen Körperabschnitte wie z.B. die Beine oder unser Rumpf. Auch unsere Nervenbahnen und unser Gehirn spielen dabei eine wichtige Rolle. Aber die Füße bilden, im wahrsten Sinne des Wortes, die Grundlage für unsere Fortbewegung.

Die Fakten

Der Fuß beginnt unter dem Unterschenkel. Ein Fuß besteht aus 26 Knochen, zwei Sesambeinen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und 114 Bändern. Außerdem sind Fettpolster und Faszien noch wichtige Bestandteile. Diese einzelnen Elemente ergeben eine hochfunktionale Einheit.

Jedem Element kommt dabei eine eigene wichtige Aufgabe zu. Die Knochen bilden das stabile Gerüst. Die Bänder verbinden Knochen miteinander, sie stabilisieren dadurch den Fuß. Die Muskeln erzeugen die Bewegung, indem sie sich anspannen oder entspannen. Außerdem tragen sie bei gesteigerter Belastung (z.B. beim Springen) auch zur Stabilisierung des Fußes bei. In den Gelenken findet die Bewegung statt. Nicht bei jeder Bewegung sind alle 33 Gelenke aktiv beteiligt. Z.B. beim Gehen sind die beiden Sprunggelenke und die Zehengelenke beteiligt. Die anderen Gelenke sind dabei fixiert und tragen damit zur Stabilität im Fuß bei. Das spannende ist, dass die eigentlich fixierten Gelenke minimale Bewegungen zulassen können, das brauchen wir für die Feineinstellung unseres Fußes. Und dies ist wiederum wichtig für unser Gleichgewicht.

Fehlen noch Sesambeine, Fettpolster und die Faszien.

Sesambeine sind kleine Knochen. Durch ihre Position sorgen sie dafür, dass Bewegungen maximal effektiv ausgeführt werden können. Am Fuß findet man zwei Sesambeine an der Großzehe. Ein Fettpolster unter der Haut unserer Fußsohle wirkt wie ein Stoßdämpfer und gibt zusätzliche Stabilität im Fuß. Ebenfalls geben Faszien (sogenannten Muskelhäute) zusätzliche Stabilität.

Sesambeine

Fettpolster

Faszien am Fuss

Faszie

Die Sesambeine sind am Großzehengelenk in den Muskel eingebettet und sorgen dafür, dass eine Sehne im richtigen Winkel verläuft. Außerdem haben sie Kontakt zum Großzehengelenk, dadurch wird der Winkel für die Bewegung vergrößert. Das ist wichtig für eine effiziente Umsetzung der Kraft, die für eine Bewegung aufgebracht wird (Biomechanik).

 

Unter der Haut unserer Fußsohle befindet sich ein ca. 2 cm dickes Fettpolster. Man kann es sich wie ein prallgefülltes Wasserkissen vorstellen. Es dient dazu den Druck, der besonders hoch an der Ferse und am Groß- und Kleinzehenballen ist, auf eine größere Fläche zu verteilen. Das Fettpolster wirkt also wie ein Stoßdämpfer. Außerdem trägt es durch seine Festigkeit auch zur Stabilität des ganzen Fußes bei. Durch häufiges langes Stehen oder starken Gewichtsverlust kann dieses Polster schrumpfen. Das führt dazu, dass der Druck nicht mehr so gut verteilt werden kann und dadurch lokal sehr großer Druck entsteht. Das kann zu starken Schmerzen in der Fußsohle führen.

 

 

Faszien umschließen Muskeln und Organe. Dadurch tragen sie ebenfalls mit zur Stabilität bei, diese Funktion erfüllen sie auch in unseren Füßen. Lange Zeit wurde den Faszien keine besondere Bedeutung zugemessen, aber in den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass sie weitere wichtige Funktionen für unseren Bewegungsablauf erfüllen. Muskelhäute ziehen sich durch unseren ganzen Körper. So sind unsere Füße durch die Faszien mit anderen Körperabschnitten und Organen verbunden. Dadurch kann sich ein Problem an den Füßen auf andere Körperabschnitte auswirken. Achtung! Der Zusammenhang ist hier sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt! Bald mehr dazu!

 

Die Aufteilung des Fußes

 

Der Fuß lässt sich in drei Abschnitte aufteilen. In den Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß.

Der Rückfuß bildet die Verbindung zum Unterschenkel. Er besteht aus zwei Knochen, dem Sprungbein und dem Fersenbein. Der Rückfuß kann gut ertastet werden, unsere Ferse gehört nämlich dazu und auch unsere Knöchel. Der Mittelfuß besteht aus vielen kleinen würfelförmigen Knochen und aus den fünf langen Mittelfußknochen. Diese Knochen bilden zusammen die Grundlage für das Fußgewölbe. Das ist in unserem Fußabdruck gut sichtbar, z.B. wenn wir mit nassen Füßen auf Steinboden laufen. Der Vorfuß besteht aus unseren Zehen. Dabei besteht der große Zeh aus zwei Knochen, die restlichen Zehen aus drei Knochen. Fun Fact: bei manchen Menschen kann der kleine Zeh auch nur aus zwei Knochen bestehen!

 

Der Knochenbau des Fußes

Das Fußgewölbe

Da das Fußgewölbe eine sehr wichtige Funktion für unseren aufrechten Stand und unsere Fortbewegung übernimmt, wollen wir es uns hier genauer anschauen.

Es befindet sich zwischen der Ferse und dem Großzehenballen. Das Fußgewölbe federt Stoßkräfte ab, die auf unseren Körper einwirken. Stoßkräfte werden erzeugt, wenn das Gewicht unseres Körpers auf den Untergrund trifft. Umso härter der Boden ist, desto stärker die Kräfte. Treffen unsere Füße auf den Boden wird die Stoßkraft über unseren Rückfuß und Mittelfuß verteilt. Das Fußgewölbe hält dabei wie eine Feder dagegen. Am bildhaftesten ist dieser Mechanismus, wenn wir springen und dabei immer wieder mit den Füßen auf dem Boden „aufprallen“. Man stelle sich vor, die Füße wären komplett platt. Dann würden wir einfach auf den Boden „stoßen“ oder „platschen“. Durch das Fußgewölbe, welches zugleich fixiert und federt können die Stöße abgedämpft werden, ohne dass wir unser Gleichgewicht verlieren. Für die Stoßdämpfung sind noch weitere Strukturen in unserem Körper wichtig, vor allem die Bandscheiben in unserer Wirbelsäule.

Die Zusammenfassung

Durch die perfekt aufeinander abgestimmten Funktionen unserer Füße können wir uns an jede Situation angepasst Fortbewegen. Zugleich sind die Füße unser wichtigstes Stützorgan und es lastet das Gewicht unseres ganzen Körpers auf ihnen. Außerdem sind sie ein Stoßdämpfer für die Kräfte, die bei Fortbewegung entstehen und auf unseren Körper einwirken.

Und jetzt kommt der Grund, warum du auf unserem Blog einen Artikel über die Bau- und Funktionsweise unserer Füße findest. Angeborene oder im Verlauf erworbene Fehlstellungen, krankheitsbedingte Veränderungen an den Füßen, einseitige Belastungen (wie langes Stehen) oder das falsche Schuhwerk können zu Veränderungen in diesem fein abgestimmten Funktionssystem führen. Diese Veränderungen können zu Störungen im Bewegungsablauf sowie zu Schmerzen führen. Weiterhin kann es auch zu Beschwerden in darüberliegenden Körperregionen kommen, z.B. im Bereich der Knie, im Rücken oder Nacken.

Darum ist es wichtig gut für deine Füße zu sorgen!

Das kannst du tun:

  • Behalte äußerliche Veränderungen an deinen Füßen im Blick. Höre auf wiederkehrende Schmerzen in deinen Füßen und lasse sie ggf. von einem Arzt oder Orthopädieschuhtechniker abchecken.
  • Trage passendes Schuhwerk mit ausreichend Platz für deine Zehen.
  • Deine Füße sind regelmäßig einseitiger Belastung (langes Stehen) ausgesetzt, dann lass dich bzgl. präventiver Maßnahmen beraten.
  • Du denkst, dein Körper könnte von Einlagen profitieren? Du hast zwei Möglichkeiten. Vereinbare einen Termin mit einem Arzt (Orthopäden) oder mache einen Termin bei einem Orthopädietechniker. Hier findest du mehr Informationen zum Thema Einlagen. Und hier kannst du einen Termin mit uns vereinbaren.